Lesestoff

Axel Hacke gegen die Dummheit

Der Gentleman-Formuleur

Axel Hacke stellte im Kulturzentrum franz.K sein aktuelles Buch vor: »Das kolumnistische Manifest – Das Beste aus 1001 Kolumnen«

»Kolumne, die. Von stets demselben [prominenten] Journalisten verfasster, regelmäßig an bestimmter Stelle einer Zeitung oder Zeitschrift veröffentlichter Meinungsbeitrag.« So weiß es der Duden. Man staunt fast, dass er Axel Hacke nicht als Beispiel aufführt. Denn der gehört seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Kolumnisten Deutschlands. Seine kurzen Grübeleien und Wortkunstwerke, vor allem von der Süddeutschen Zeitung publiziert, packte er inzwischen auch in 25 Bücher. Am Mittwochabend kamen etwa 200 Gäste ins franz.K, um dem 60-Jährigen zu lauschen. Sie begegneten einem Gentleman-Formuleur, der vortrefflich pointierte und unterhielt, der plauderte und vorlas aus seinem Textrepertoire von Jahrzehnten.

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  • 26. Februar 2016

Art Garfunkel, ein zerbrechlicher Rest

Lebenswerk-Applaus

Art Garfunkel war in Stuttgart, die Hälfte einer Legende der 1960er. Und sehr bemüht, am eigenen Denkmal zu meißeln

Dieses Jahr sind schon Ikonen gestorben. Da kann man es sich nicht entgehen lassen, wenn eine lebende Legende in Stuttgart gastiert, nun gut, eine halbe Legende zumindest: Art Garfunkel, einst die Engelsstimme vom Duo Simon & Garfunkel. Am Montag war Stuttgart die erste Station auf Garfunkels kurzer Deutschland-Tour »An Intimate Evening with Art Garfunkel«.

Weil die Nachfrage solche Wellen schlug, wechselte der Veranstalter im Vorfeld vom Mozartsaal der Liederhalle (750 Sitze) in den Beethovensaal (2 200). Und hatte damit richtig gepokert, auch der große Saal war am Montag restlos ausverkauft. Kurz nach acht, als Art Garfunkel die Bühne betrat, wurde bereits euphorischer geklatscht als bei vielen anderen Musikern am Konzert-Ende. Es war ein Lebenswerk-Applaus, und nicht der letzte an dem Abend.

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  • 25. Februar 2016

Andreas Gabalier, zu krachledern für Kritik

Sehnsucht, ein bisschen dumpf

Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier: ein krachledernes Phänomen, auf das die Welt offenkundig gewartet hat

Kaum sind die Lichter am Wasen aus, pilgern quer durch Cannstatt erneut Ströme von gut hergerichteten Dirndln und zünftigen Bauernbuam: Andreas Gabalier war schuld, er spielte am Donnerstagabend in der ausverkauften Schleyerhalle vor rund 12 500 Menschen, die meisten trugen Tracht. Die Musik, die ab der ersten Sekunde alle bejubelten, wird als Volks-Rock’n’Roll etikettiert vom Steirer und emsigen Marketing-Experten. Für einen Gabalier-Hit mixt man Schlager und Deutschrock, Hüttengaudi und Elvis-Tolle, Schmäh und Klischee. Mit diesem Rezept ist der Lederhosenrocker aktuell eines der zündendsten Phänomene im Musikgeschäft, nicht weit hinter Helene Fischer. Und es läuft tatsächlich wie geschnitten Brot, das zeigte das etwa zweieinhalb Stunden dauernde Konzert.

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  • 17. Oktober 2015

Ein Magazin für Trauernde

Alles hat seine Zeit

Wenn jemand stirbt, ist das Leben plötzlich anders für die, die bleiben. “LebensZeiten” ist ein einfühlsames Magazin für Trauernde, das Renkenberger.txt bereits seit der ersten Ausgabe begleitet und lektoriert. Das kann tief gehen: Sehr persönliche Geschichten klingen noch Tage nach.

Die LebensZeiten kann man online lesen.

  • 6. Juli 2015

Kleines Viertel, große Idee

GWG gibt gutes Beispiel

Die GWG Tübingen hat in einer Broschüre nacherzählt, wie sie die schlimmste Ecke Tübingens sanierte – indem sie mit Bewohnern und Nachbarn an einem Strang zog. Die Broschüre stammt aus dem Hause Renkenberger.txt: Konzept, Texte und Projektleitung.

Anschauen kann man sie auf den Seiten der GWG Tübingen.

  • 18. Juni 2015

Lust machen auf Tübingen

Bummel-Broschüre der Wirtschaftsförderer

Wo es in der Tübinger Altstadt besonders hübsch, appetitlich oder entspannt zugeht, diese Infos können Stadtbesucher kompakt in einer Broschüre finden. Die gutgelaunten Texte in dem Heft sind von Renkenberger.txt.
(Die Kommafehler allerdings nicht … 🙂 )

Virtuell drin blättern kann man auch – die Stadt Tübingen macht’s möglich.

  • 18. Juni 2015

Chris de Burgh und die Frauen

Mehr als rot

Chris de Burgh kriegt mit 66 Jahren und gefälligen Songs die Liederhalle gleich zweimal voll. Und erweist sich als profunder Songwriter und Geschichtenerzähler

Ah, da sind sie schon. Hübsch hergerichtete Damen im Vorruhestandsalter, die feuerrote Satinblusen tragen. Selbst schuld, Mister de Burgh. Sie mussten mit ihrem Schmachtgeträller über eine »Lady in Red« ja unbedingt Millionen verdienen. Das nehmen die Verehrerinnen natürlich persönlich. In der fast ausverkauften Stuttgarter Liederhalle war Rot am Montagabend eine ziemlich simple Botschaft – und am Dienstagabend, als der Beethovensaal erneut fast ausverkauft war, sah es sicher kaum anders aus. Dabei ist das reichlich gemein, den armen Iren ständig auf dieses Liedchen zu reduzieren.

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  • 29. April 2015

Ein Theaterstück über Helmut Palmer

Remstal-Rebellen-Revue

Das fast Unmögliche gewagt: Das LTT nähert sich der Figur Helmut Palmer mit einem Puppentheater an

Selten wurde im Vorfeld einer Theater-Premiere so viel getrommelt und diskutiert, zumindest diesen Aspekt hätte Helmut Palmer wohl gemocht: Das LTT hat ein Stück über ihn, den 2004 verstorbenen Vater des Tübinger Oberbürgermeisters gemacht. Helmut Palmer war bekannt als Remstalrebell und eine der sperrigsten und umstrittensten Persönlichkeiten Württembergs im letzten Jahrhundert. Einer, der über Jahrzehnte auf den Wochenmärkten der Region sein Obst verkaufte, auch in Reutlingen. Der sich für einen gesunden Obstbaumschnitt ebenso verkämpfte wie für sichere Straßen und gegen Plastiktüten. Der sich mit allen anlegte, bei rund 300 Wahlen im Land kandidierte, einen ewigen Privatkrieg gegen Behörden, gegen echte und vermeintliche Altnazis ausfocht und dafür teuer bezahlte. Kunstvoll Leben einhauchen muss man so einem Stoff nicht: Helmut Palmers Biografie ist ebenso schillernd wie tragisch. Das LTT (federführend: Regisseur Gernot Grünewald und Dramaturgin Kerstin Grübmeyer) goss aus dieser Fülle ein Puppentheater-Musical und etikettierte es als »Political«. Ein Kaleidoskop, für das fast ausschließlich Originaltexte von Palmer senior verarbeitet wurden. In Buxtehude wäre Vorab-Getrommel vielleicht nötig gewesen, in Tübingen waren die Premierenkarten schnell weg und massenhaft Journalisten da.

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  • 16. Februar 2015

Willy Astor beim Wörterverbasteln

»Happy wife, happy life«

Amüsiergarantie: Willy Astor war in der Stadthalle Reutlingen

»Ganz ehrlich: Reutlingen ist meine Lieblingsstadt«, bekannte Willy Astor am Freitagabend mit einem überaus ernst zu nehmenden Lächeln. Fast war man geneigt, es ihm zu glauben: Schließlich hat er sein Programm »Nachlachende Frohstoffe« bereits zum dritten Mal in Reutlingen dargebracht. Bei ungebrochen hoher Nachfrage und erneut unter maximalem Gelächter.

Reutlingen also. Und diese Stadthalle erst! »Schaut cool voll aus«, diagnostizierte Astor, der zuletzt im franz.K auftrat, und ließ Blicke schweifen bis ganz hinten oben. »Boah, ist das ein Monumentalbau. Musste das so hoch sein? Hatten die noch Material?«

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  • 26. Januar 2015

Götz Alsmann und die SWR Big Band

Schätzchen aus dem Archiv

Götz Alsmann war zu Gast in der Reutlinger Stadthalle, begleitet von der SWR Big Band und Klaus Hoffmann

Es war wie aus dem Rezeptbuch. Man nehme gut gekleidetes Publikum mit eher grauen Haaren und lasse es nach und nach in eine Halle schlendern. Füge eine Big Band hinzu, die mit gut sitzenden Anzügen und dem gebotenen Elan auf die Bühne geflitzt kommt. Setze ans Klavier einen Bandleader, der dem Publikum meist den Rücken zeigt und dennoch spüren lässt, dass über allem sein pfiffiges Augenzwinkern schwebt. Würze das Ganze dann mit einem Publikumsliebling, der Refrains liebevoll ins Mikrofon haucht und die Pausen mit Geplauder veredelt. Bei der Zubereitung kann die Anzahl der Mikrofonnutzer je nach Geschmack variiert werden.

Am Freitagabend in der Reutlinger Stadthalle waren es zwei: Götz Alsmann, der schon traditionell zum Jahresbeginn eine Konzertreise mit der SWR Big Band unternimmt, hat diesmal Klaus Hoffmann eingeladen. Sie sangen im Wechsel und erst in einer Zugabe gemeinsam.

Den Artikel weiterlesen im Reutlinger General-Anzeiger vom 19. Januar 2015

  • 19. Januar 2015
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